In Zukunft leiser unterwegs - Innovationen im Flugzeugbau und kontinuierliche Flottenerneuerung:  Lärmschutz am LEJ | 6/n

10.05.2022, 09:53 | Lärmschutz

In Zukunft leiser unterwegs - Innovationen im Flugzeugbau und kontinuierliche Flottenerneuerung: Lärmschutz am LEJ | 6/n

Was ist besser als Lärmschutz? Ganz klar, Lärmvermeidung. Denn vor Lärm, der gar nicht erst entsteht, muss auch niemand geschützt werden. Daher ist es ein erklärtes Ziel der Airlines, der Flughäfen, der Forschungseinrichtungen und der Politik, in Zukunft leisere und umweltfreundlichere Flugzeuge zu bauen und einzusetzen.

Das Ziel: 65 Prozent weniger Lärmemissionen bis 2050

Die Flugzeuge von heute sind bereits leiser unterwegs als ihre Vorgängermodelle. Und die Flugzeuge von morgen werden noch weniger Lärm verursachen. Die im Jahr 2011 verabschiedete Zielvorgabe der Europäischen Union lautet: Reduktion der Lautstärke neuer Flugzeuge um 65 Prozent bis 2050 (im Vergleich zu 2000). Im Rahmen des vom Bund geförderten Luftfahrtforschungsprogramms sollen nun Technologien, Materialien und Konzepte entwickelt werden, mit denen dieses Ziel erreicht wird. 

Die Mittel: Leise Triebwerke, Antriebe oder gleich ganz andere Flugzeuge

Innovationen im Bereich der Triebwerke leisten einen erheblichen Beitrag zur Reduktion des Lärms, der von Flugzeugen ausgeht. Ebenfalls im Fokus der Forschung stehen grundsätzlich neue Antriebskonzepte, durch die Geräuschemissionen verringert werden. Elektrische und hybride Antriebe können dabei eine wesentliche Rolle spielen. In Kombination mit nachhaltig erzeugten Kraftstoffen oder Wasserstoff können dabei auch deutlich positive Effekte für Umwelt und Klima erzeugt werden. Lärmmindernde Flugzeugkonfigurationen, bei denen der Antrieb in die Maschine integriert wird, beeinflussen die Umströmung des Flugzeugs positiv. Oder einfacher gesagt: Die Maschinen werden windschnittiger. 

Die Umsetzung: Kontinuierliche Flottenerneuerung

Natürlich nützt das leiseste Flugzeug niemandem, wenn es nicht auch im Einsatz ist. Hier kommen die Airlines und unsere Partner ins Spiel. Durch kontinuierliche Flottenerneuerung sorgen sie dafür, dass die vom Flugbetrieb ausgehenden Lärmpegel immer weiter reduziert werden. Zum Beispiel ersetzt unser Partner DHL nach und nach seine älteren und lauteren Großraumfrachter durch moderne, emissionsarme Frachtflugzeuge und arbeitet an der Optimierung der Triebwerke aktuell eingesetzter Flugzeuge. 

Die Folge: Wachstum im Flugverkehr, Rückgang der Lärmbelastung

Wir sind uns sicher: Das weitere Wachstum im Flugverkehr bedeutet nicht, dass es automatisch lauter wird. Und wir fördern Innovationen und belohnen – zum Beispiel durch die Einführung lärmabhängiger Landeentgelte - den Einsatz leiserer Flugzeuge. Doch dazu mehr an anderer Stelle. 

Wer mehr erfahren möchte, dem sei diese auch für diesen Beitrag verwendete Quelle empfohlen. Oder einfach eine Frage unten ins Kommentarfeld schreiben.


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    Rothmännchen

    Rothmännchen

    Anbei ein paar Fakten, die belegen, warum es eben nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, dass die Frachtkonzerne ihre Flotten modernisieren werden:

    •   Die Anschaffungskosten alter Flugzeuge sind deutlich niedriger als neue Cargo Flieger. Neue sind um das 15-fache teurer. 
    •   Alte, gebrauchte Flieger sind kurzfristig und ohne lange Wartezeiten verfügbar.
    •   Alte Flieger können nach Umbau noch ca. 20 Jahre genutzt werden.
    •   Im Frachtbetrieb bewirken moderne Flugzeuge keine wesentliche Kostensenkung, da sie längere Umlaufzeiten am Boden haben und meist für kürzere Verbindungen genutzt werden. Ihre hohen Betriebskosten relativieren sich daher stark. Durch die Kerosinsteuerbefreiung ist ein höherer Verbrauch zudem irrelevant.
    •   Das in Deutschland veraltetet und nicht mehr internationalen Standards entsprechende Fluglärmgesetz führt dazu, dass sehr laute Flugzeuge von den Frachtairlines dennoch eingesetzt werden können.
    •   Durch eine gute Wartung bleiben alte Flugzeuge zuverlässig und führen nicht zu hohen Instandhaltungskosten. So lassen sich zum Beispiel ein Airbus A300-600 (1983) oder eine McDonnell-Douglas DC-10 (1970) noch effizient betreiben.
    •   Vorteilhafte Schub- und Gewichtsverhältnisse führen dazu, dass sich alte Flugzeuge (Boeing 757 oder McDonnell-Douglas MD-11) in der Fracht effektiv nutzen lassen.
    •   Beispiele: Die Frachtflieger von Amazon sind im Schnitt 26,1 Jahre, die von FedEx‘ 22,6 Jahre und jene von UPS 20,1 Jahre. Die DHL bezieht gleichermaßen alte und ausgemusterte Frachtflugzeuge: Airbus A-330 und Boing 777.

    In der Corona-Krise hat Amazon 68 alte, laute und schadstoffintensive Frachtflugzeuge dazugekauft, um konkurrenzfähig zu sein. Es verwundert nicht, dass Amazon sich in Leipzig niederlässt, um diese zu betreiben, denn hier sind Start- und Landeentgelte niedrig und es darf nachts geflogen werden. Die Cargo Firmen werden ihre Frachtflotten nicht modernisieren, nicht ohne politischen Druck. Wer so etwas behauptet, informiert die Öffentlichkeit nicht entsprechend den tatsächlichen Verhältnissen und agiert im höchsten Maße eigennutzorientiert. Insbesondere auch deshalb, weil Start- und Landeentgelte so ausgestaltet werden, dass der Betrieb von alten Flotten noch attraktiver wird. Wir haben also einen Nachbarn, der uns mit Lärm und Schadstoffen belastet und bewusst nicht der Wahrheit entsprechend kommuniziert. Ferner liegt er uns auch finanziell auf der Tasche, da er massiv Steuergelder in Anspruch nimmt.

    26.05.2022, 11:03 Uhr
    flughafen.lej

    flughafen.lej

    Auch wir sehen die von Ihnen benannten Hebel, um für die Fluggesellschaften Anreize für die Modernisierung der Flotten zu setzen. Die Diskussion zu den politischen Rahmenbedingungen wird ja bereits in Berlin und in Brüssel geführt. Hier am LEJ erarbeiten wir gerade eine neue Regelung für die Start- und Landeentgelte und werden diese in den kommenden Monaten zur Genehmigung einreichen. Und wir setzen uns auch in den Branchenverbänden für entsprechende Vorgaben ein. Klar ist: Nur gemeinsam kommen wir zum Ziel.

    30.05.2022, 11:43 Uhr

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